Grün und sexy: Dein Vermögensaufbau-Guide

Bis zur Rente, wenn du willst

Part 1: Wer macht sich schon gerne (Altersvor-)Sorgen?

Keiner. Übers Altwerden will sich auch niemand Gedanken machen und deshalb ist Altersvorsorge auch nicht sexy.

Gibt’s da keine Lösung? Sinnvoll ist sie ja schon irgendwie. Ich habe die Herausvorderung angenommen. Hier kommt das Ergebnis: Der “Grün und sexy – Guide”. Für mehr finanziellen Freiraum.

Warum solltest du dich überhaupt damit beschäftigen? 

Du wirst als Oma oder Opa nicht mal mehr die Hälfte von deinem vorherigen Einkommen zur Verfügung haben, denn die deutsche Rentenversicherung plant das Rentenniveau bis 2030 auf 43% abzusenken.

Nun stell dir mal vor du würdest deinem alten und grauen Ich gegenübersitzen. Sie oder er beklagt sich bei dir über die miese finanzielle Situation und nimmt dich ins Verhör. Warum ist es immer wichtiger all dein Geld für dies und das auszugeben? Könntest du denn nicht wenigstens ein bisschen für später zurücklegen?

Könntest du? Wahrscheinlich ja – es müssen ja keine Unsummen sein, aber ein bisschen geht immer.

Jetzt kommen die ganzen Finanzmenschen und zeigen dir irgendwelche Säulen- und Schichten-Modelle, unnötig umfangreiche Berechnungen und komplizierte Produkte.

Ich bin ja selbst ein Finanzmensch und wenn ich das schon zäh und stinklangweilig finde, wie soll es dann allen anderen gehen?

Deswegen werfe ich den ganzen Mist für dich über Bord und zeige dir mit diesem Guide, wie du dir finanziellen Freiraum für später (aber nicht nur für später) schaffst.

Los geht’s!

Wie der Guide funktioniert:

Ich habe ihn für (überwiegend) Angestellte geschrieben und er gilt uneingeschränkt nur, wenn du noch mindestens 25 Jahre deines Berufslebens vor dir hast.

Future Values steht für nachhaltige Finanzen. Egal in welche Richtung es am Ende für dich geht – du kannst es so umsetzen, dass auch unsere Umwelt und unsere Gesellschaft davon profitieren.

Im Guide gibt es drei Ebenen für die Wissens-Tiefe:

Die grünen Boxen solltest du auf jeden Fall lesen, dort steht das Wichtigste in Kürze. Reicht dir das, kannst du mit dem Button zur nächsten Box springen.

Genauer wird es darunter.

In den Passagen zum Ausklappen geht es wirklich ins Detail.

So kannst du ganz übersichtlich selbst bestimmen, wie tief du jeweils einsteigen willst.

1. Schmeiß die Sorgen über Bord

Problemdenken und jammern ist zwar schon irgendwie typisch deutsch, starke Ideen bringt es aber nicht hervor. Schauen wir uns also nur kurz das Problem an und beschäftigen uns dann lieber mit smarten Lösungen.

(Bist du Azubi oder Student, nimmst du dein Einstiegsgehalt nach der Ausbildung – schätze zur Not einfach)

Wahrscheinlich ist das jetzt nicht das monatliche Einkommen, das dich in berauschende Vorfreude ausbrechen lässt.

Wenn du später mehr zur Verfügung haben möchtest, muss eine Lösung her – keine Sorgen.

Lass uns deshalb ab jetzt von finanziellem Freiraum sprechen. Fürs Alter, aber nicht nur dafür.

Die 43% sind natürlich ein prognostizierter Durchschnittswert. Hast du noch keine Renteninformation bekommen (die erste gibt’s mit 27) musst du dich mit diesem Wert begnügen. Hast du eine halbwegs aktuelle parat, kannst du genauer rechnen.

Die Rente wird immer wieder angehoben, um die Inflation ein bisschen auszugleichen. Du findest auf der ersten Seite der Info einen Wert für die Anpassung mit einem oder zwei Prozent pro Jahr. Bist du sehr optimistisch, kannst du im Rechner auch die 2%-Zahl nehmen. Mit dem Wert aus der Box rechnen wir nicht, weil das bedeuten würde, dass es gar keine Anpassung mehr geben wird. Das wäre etwas zu pessimistisch. Das Rentenniveau sinkt übrigens dauerhaft ab, weil die Löhne (ebenfalls Inflationsbedingt) schneller steigen als die Rente.

Leider handelt es sich bei den Werten um deine Brutto-Rente. Es werden also noch Sozialversicherungsbeiträge und Steuern fällig.

Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlst du später nicht mehr. Für die Krankenversicherung werden 7,3% plus den halben Zusatzbeitrag – ca. 0,7% fällig. On top kommen 3,05% Pflegeversicherung plus 0,25% Zuschlag für Kinderlose.

Auf das was übrig bleibt zahlst du dann Einkommens- und ggf. Kirchensteuer.

Die Inflation

Die Geldmenge wird von der Europäischen Zentralbank immer weiter gesteigert und infolgedessen wird alles teurer. Seit 1979 haben sich die Preise um 137,28 % erhöht. Das entspricht 2,2% pro Jahr.

Rechne am besten mit 2%, das ist der angestrebte Wert. Dieser lässt sich endlos rauf und runter diskutieren. Bist du anderer Meinung, kannst du ihn unten verändern.

 

Steuern auf die Rente

Die gibt es auch. Ich habe sie mit 15% verbucht. Du kannst auch hier deinen eigenen Schätzwert nehmen. Brauchst du genauere Orientierung, findest du hier Einkommenssteuer-Tabellen.

Rechne dir deine inflationsbereinigte Rente aus:

Deutschland wird älter. Genau genommen geht die Bevölkerungszahl zurück – es werden immer weniger Kinder geboren. Also müssen auch immer weniger arbeitende Menschen für die Rente von immer mehr alten aufkommen. Unsere Rente ist nämlich Umlagefinanziert. Das bedeutet, dass nicht jeder für den eigenen Ruhestand spart, sondern die heutigen Arbeitnehmer:innen die heutigen Rentner:innen bezahlen.

1962 hat das wunderbar funktioniert. Auf jede Rentnerin kamen sechs Einzahler. Heute sind es nur noch zwei und das System Funktioniert nicht mehr. Damit es nicht zusammenbricht schießt der Bund Steuergelder zu. 114.669.405.000 Euro für 2021, was 22% der gesamten Bundesaugaben entspricht.

Selbst mit einem neuen Baby-Boom können wir also nicht davon ausgehen, dass sich die Situation bessern wird.

Hinzu kommt die Prognose, dass durch Digitalisierung und Automatisierung mehr Menschen dauerhaft arbeitslos werden – also auch nicht mehr in die Rentenkasse einzahlen.

Natürlich muss hier auch eine Lösung auf politischer Ebene her, aber du solltest dich nicht allein auf „die da oben“ verlassen und deine Zukunft auch selbst in die Hand nehmen.

Das kann natürlich sein und das kann sich positiv für dich auswirken – oder auch nicht. Du wirst gleich sehen, dass finanzieller Freiraum viel mehr als eine erhöhte Rente ist und dein Aufwand keinesfalls umsonst sein wird.

Selbst wenn du klassisch „vorsorgst“ – was wäre schlimmer: Dir fehlen jeden Monat ein paar hundert Euro und du kannst nichts mehr dagegen tun oder du hast ein paar hudert an Überschuss und rückblickend etwas zu viel gespart?

2. Finanzieller Freiraum

In der klassischen Interpretation von Altersvorsorge sparst du zusätzlich Geld solange du arbeitest um später damit deine Monatliche Rente zu erhöhen. Man könnte also sagen du baust dir Vermögen auf.

Wer soll denn nun bitte bestimmt haben, dass du dich von Anfang an auf einen Verwendungszweck und -zeitpunkt festlegen musst?

Stellt dir vor, du fängst auf clevere Art an dir etwas beiseite zu legen. Du machst recht ansehnliche Gewinne damit und hast vielleicht schneller als du denkst ein kleines Vermögen aufgebaut.

Das kann später eine zusätzliche Rente bringen. Es kann dir aber auch ermöglichen ein Haus zu kaufen, wenn du das möchtest. Je mehr du dir ansparst, desto mehr Freiraum schaffst du dir durch dein Geld.

Bei zu vielen Menschen sind die Finanzen ein ewig limitierender Faktor. Ich würde diese Reise machen, wenn ich nur das Geld hätte. Ich würde meinen Job hinschmeißen und noch mal was ganz anderes machen, aber ich kann es mir nicht leisten.

Frage dich also nicht, wie du für dein Alter vorsorgen kannst, sondern wie du dir finanziellen Freiraum schaffst.

Wie viel brauchst du später ?

Stell dir einfach vor, du bist eine würdevoll gealterte Version deiner selbst und diesen Monat in Rente gegangen. Nun schaust du in deine Banking-App und siehst alles, was zum Monatsanfang reingekommen ist. Wie viel müsste das sein, damit du die nächsten dreißig Jahre davon leben kannst, ohne dich ums Geld zu sorgen?

Planst du fest ein Eigenheim zu kaufen, kannst du die Kaltmiete weglassen. Schätze nach heutigem Stand ohne Inflation.

Sollten dich die Zahlen jetzt erschlagen, lass dich nicht frusten. Du wirst gleich sehen, dass sich das lösen lässt.

Das Problem mit der Rente haben schon viele erkannt und deshalb gibt es auch etliche spezielle Altersvorsorgeprodukte – meistens Versicherungen. Alle unterliegen bestimmten Einschränkungen und lohnen sich immer nur in bestimmten Situationen.

So könntest du riestern, wenn du viele Kinder oder einen besonders hohen Steuersatz hast. Dann kannst du aber vor der Rente nur unter katastrophalen Konditionen an dein Geld. Dazu gibt es unzählige Riester-Produkte, sodass das ganze ziemlich Rechercheintensiv ist.

Eine Rürup-Rente kann von der Steuer abgesetzt werden, ist jedoch nicht kündbar und kann nur als Monatliche Rente ausgezahlt werden. Du musst also einen hohe Steuersatz haben und dich von Anfang an festlegen, damit diese Art von Vermögensaufbau etwas für dich ist.

Das waren nur zwei Wege und es wird schon kompliziert oder?

Auf der anderen Seite ist es doch wirklich egal, ob auf deinem Vermögen, von dem du später mal deine Rente aufbesserst auch Altersvorsorge drauf steht.

Selbst wenn sich im nachhinein herausstellt, dass du mit einem unflexibleren und komplizierteren Produkt ein paar Euro mehr erwirtschaftet hättest, bringt das alles nichts, wenn dich das jetzt davon abhält einfach mit dem Vermögensaufbau anzufangen.

Du wirst sehen, dass es auch flexibel und einfach verständlich geht.

3. Ab wie viel Geld lohnt es sich und wann sollst du anfangen?

Kurz gesagt: Ab einem Euro und jetzt.

Der größte Fehler beim Vermögensaufbau ist ihn nach hinten zu schieben. Später hast du ja mehr Geld, weil du dies und das nicht mehr bezahlen musst. In zwei Jahren verdienst du so und so viel mehr, dann fängst du ganz sicher an. Ist klar.

Der Soziologe C. Northcode Parkinson hat uns als Ergebnis seiner beruflichen Laufbahn ein paar „Gesetze“ hinterlassen, die nicht nur interessant, sondern auch erschreckend zutreffend sind. Eins davon:

„Ausgaben steigen stets bis an die Grenzen des Einkommens.“

Diese traurige Wahrheit wird dir jeder bestätigen können, der schon ein paar Gehaltssprünge hinter sich hat. Jedes „Ich fange an, wenn ich…“ wird später zu einem „Hätte ich mal früher angefangen“ – versprochen.

Rechne dir aus, was dir entgeht:

Welchen Betrag – egal wie gering – kannst du ab dem nächsten 01. jeden Monat beiseite legen?

In den Berechnungen ist ein bestimmter Gewinn enthalten. Wie der entsteht erfährst du im zweiten Teil.

Wenn du einmal angefangen hast, ist das wichtigste Geschafft.

Kommt dann die Gehaltserhöhung oder es fallen gewisse Ausgaben weg, solltest du dich noch mal mit deinem Vermögensaufbau beschäftigen.

Bevor du dich an dein höheres Einkommen gewöhnt hast, ist es ganz leicht die Hälfte davon für deine finanzielle Freiheit einzuplanen.

Rechne dir aus, wie viel mehr du dir aufbaust, wenn nach fünf Jahren zum Beispiel 100 Euro dazu kommen.

Neben dem „Ich fange später an“ gibt es noch einen fatalen Fehler:

“Ich lege das zurück, was am Ende des Monats übrig bleibt.”

In meinen sechs Jahren als Finanzberater habe ich mich mit mindestens tausend Menschen über Geld unterhalten. Diejenigen, bei denen sich regelmäßig und konstant ein Monatlicher Überschuss auf dem Girokonto ansammelt, kann ich an den Fingern abzählen. Lass ein bisschen Zeit vergehen und das parkinsonsche Gesetzt macht sich bemerkbar.

4. Was machst du nun mit deinem Sparbetrag?

Zuerst solltest du dich mit dem Basis Know-How aus dem zweiten Teil beschäftigen.

Jede:r kann seinen oder ihren Vermögensaufbau grundsätzlich selbst managen. Besonders für den Start ist dafür gar nicht so viel Finanz-Wissen nötig.

Kennst du die 72-Stunden-Regel? Nimmst du dir etwas vor und beginnst es nicht innerhalb der ersten 72 Stunden, sinken dich Chancen dafür, dass du es überhaupt noch machst auf 1%.

Also mache den ersten Schritt am besten gleich heute.

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